
Ist ein Kapital für die Altersvorsorge erst angespart, existieren verschiedene Produkte und Lösungen, um aus dem Kapital eine Rente (d.h. eine regelmäßige monatliche Auszahlung) zu generieren. Neben der privaten, betrieblichen und der gesetzlichen Rentenversicherung, welche eine lebenslange Rente auszahlen, gibt es auch die Möglichkeit auf Bank- oder Fondsauszahlungspläne zu setzen, die ein vorhandenes Kapital über eine bestimmte Laufzeit verrenten. Die Unterschiede der Lösungen sind groß, und die Entscheidung für eine der genannten Lösungen hat weitreichende Folgen. Ein Beispiel: Eine private Rentenversicherung garantiert einen Verrentungsfaktor von 30 Euro pro 10.000 Euro Kapital, d.h. eine jährliche Rente von 360 Euro, was einem Verrentungsfaktor von 3,6% entspricht. Wenn Sie sich für ein Fondsauszahlungsplan entscheiden, sind jährliche Entnahmen von 600 EUR erreichbar. Das ist ein Verrentungsfaktor von 6%. Sie sehen also, dass bei gleich hohem Kapital je nach Wahl der Altersvorsorgeform die Rente signifikant ansteigen kann. Allerdings sind die Risiken aber auch unterschiedlich. Eines der wichtigsten Risiken ist das Langlebigkeitsrisiko, welches mit der dynamischen Entnahmestrategie unserer ETF-Rente mitigiert wird.
Daneben spielt immer mehr auch die Verrentung von Immobilienkapital eine wichtige Rolle. Grundsätzlich stellt nur die vermietete Immobilie ein verrentbares Altersvorsorgekapital dar, durch neuartige Modelle wie z.B. den Teilverkauf kann man aber auch die selbstbewohnte Immobilie teilweise zu einer lebenslangen Rente umtauschen. Die bloße Vermietung ist für eine Verrentung in der Regel keine Option, da die Verrentungsfaktoren zu klein sind (die Immobilie wird ja auch nicht verzehrt, sondern es sind nur die Erträge als Rente verfügbar). Bei günstigem Miet-/Kaufpreisverhältnis und einem starken Einsatz von Fremdkapital kann die Bruttorendite aufs eingesetzte Eigenkapital bei älteren Objekten durchaus 5% p.a. betragen, aber für die überwiegende Mehrzahl der vermieteten Objekte trifft das nicht zu. Zudem müssen die Aufwendungen hier noch berücksichtigt werden. Hier könnte man über einen Verkauf der Immobilie nachdenken, um dann eine höhere Rente durch Vermögensverzehr erzielen zu können. Für die selbstgenutzte Immobilie gibt es neben dem Verkauf weitere Möglichkeiten der Immobilienrente wie den Teilverkauf oder die Umkehrhypothek. Je nach Ausgestaltung wird vom aktuellen Immobilienwert das dem Verkäufer eingeräumte lebenslange Wohnrecht in Abzug gebracht und dieser Kapitalwert in Form einer lebenslangen Rente ausgezahlt. Doch Vorsicht: Diese Modelle sind kostenträchtig! Sowohl bei der Bewertung des Hauses kommen trotz Gutachterwert großzügige Sicherheitsabschläge auf den aktuellen Marktwert zur Anwendung, und bei der Verrentung wird meist mit einer Lebensversicherung kooperiert, die wiederum satte Kosten für die Verrentung verlangt.
Als weitere Möglichkeit für Personen, die Altersvorsorgevermögen außerhalb von Immobilien angespart haben, ist die sogenannte Sofortrente. Der Name kommt daher, dass ein Einmalbeitrag an eine Lebensversicherungsgesellschaft transferiert wird, um im Gegenzug «sofort», also nicht erst in ferner Zukunft, eine lebenslange Rente zu erhalten. Die Sofortrente bieten fast alle Lebensversicherungen an, üblich ist jedoch die Kombination aus Anspar- und Rentenphase in einer Police, dies wird meist als Kapitallebensversicherung mit Verrentungsoption oder als Rentenversicherung mit Kapitaloption bezeichnet. Bei beidem kommt zum Ausdruck, dass der Versicherungsnehmer bei Eintritt in die Rentenphase sein Wahlrecht ausüben kann. Üblich in Deutschland ist die Verrentung, hier muss sich der Versicherungsnehmer um nichts Weiteres mehr kümmern. Das ist einfach, kostet aber wiederum sehr viel: Auch in der Rentenphase werden weiter Verwaltungskosten dem Deckungskapital belastet, und die Sterbetafel wird aktuariell sehr vorsichtig gewählt, d.h. es wird ein substantieller Sicherheits- und Schwankungszuschlag zugunsten des Versichertenkollektivs miteingerechnet. Konkret heißt das, dass die Versicherung dem Versicherungsnehmer ein sehr langes Leben bei der Kalkulation unterstellt. Im Endergebnis sind die meisten Verrentungsfaktoren bei privaten Rentenversicherungen um die 2% p.a., bei guten Anbietern erreichen sie auch 3% p.a. Den in der Beitragsphase in Aussicht gestellten voraussichtlichen Renten sollte nicht zu viel Aufmerksamkeit geschenkt werden. Mit Blick auf die Vergangenheit wurden diese Versprechen allzu oft enttäuscht, sodass der Vergleich mit den garantierten Verrentungsfaktoren und mit den garantierten Renten geboten scheint.
Als Letztes gibt es als Verrentungsoption noch den sogenannten Bankauszahlplan. Dabei wird das Altersvorsorgevermögen auf ein Bankkonto überwiesen. Aus diesem Kapital werden dann regelmäßig Renten entnommen. Nichts anderes macht die Versicherungsgesellschaft, nur mit wesentlich schlechteren Bedingungen und einem Risikoausgleich im Versichertenkollektiv. Der Bankauszahlplan hat dabei Nachteile gegenüber einem Fondsauszahlplan, da die fehlende Rendite nur kleine Auszahlungen aus dem Kapital ermöglicht. Dafür hat man bei einem Banksparplan die Sicherheit, dass die Auszahlungen über den definierten Zeitraum immer gleich hoch sein werden. Der Fondsauszahlungsplan hingegen birgt die Gefahr, dass gerade bei anfänglich schlechten Renditen das Kapital nicht über die ursprünglich geplante Auszahlungsdauer reicht (Sequence of Return Risk oder Rendite-Reihenfolge-Risiko). Dieses Risiko kann aber durch eine dynamische Entnahmestrategie verhindert werden. Außerdem führt die Unabhängigkeit der individuellen Sterblichkeit vom Finanzmarkt zu einer weiteren Reduktion des Pleiterisikos, da nur in einem von vier Szenarien dieses Risiko besteht: Wenn sowohl der Finanzmarkt schlecht rentiert, als auch die eigene Lebensdauer sich als weit überdurchschnittlich herausstellt. Im Folgenden zeigen wir Ihnen einen Vergleich der generellen Verrentungsmöglichkeiten in der gesetzlichen Rentenversicherung, bei der Sofortrente, und bei den Auszahlplänen mit den jeweiligen Vor- und Nachteilen.
| Kapital einzahlen in | Einkommen durch | Rendite nach Kosten | Flexibilität | Inflationsschutz | Empfehlung |
| Gesetzliche Renten-versicherung (freiwillige Beiträge) | Lebenslange Rente + Rentensteigerungen | + Rendite + Kosten ++ | — gebunden und nicht verfügbar | + Renten werden an Lohniveau angepasst | Manchmal sinnvoll um wenige fehlende Beitragsmonate auszugleichen |
| Private Renten-versicherung (Sofortrente gegen Einmalbeitrag) | Lebenslange Rente und Überschüsse | — Rendite – Kosten – – | – gebunden, aber mit Nachteilen verfügbar (nicht bei Riester und Rürup) | + Teilhabe am Anlageergebnis durch Überschüsse oder Gewinne | Nicht sinnvoll wegen hohen Kosten und geringer Renditeerwartung |
| Bankauszahlplan (Bankkonto) | Regelmässig Geld abheben | – Rendite – Kosten + | ++ ungebunden und jederzeit verfügbar | — keiner | Manchmal sinnvoll wenn Geld jederzeit zur Verfügung stehen muss |
| Fondsauszahlplan (Wertpapierdepot) | Regelmässig Verkauf von Anteilen | ++ Rendite ++ Kosten + | + ungebunden und jederzeit verfügbar, Verluste möglich | ++ Durch Anlagen in Rohstoffen und Aktien gewährleistet | Generell sinnvoll (mit dynamischer Entnahmestrategie) aufgrund Flexibilität, Inflationsschutz und geringen Kosten |
Die hohen Kosten von privaten Rentenversicherungen übersteigen ihre Steuervorteile deutlich. Bankguthaben werden durch die Inflation mehr und mehr entwertet und werfen wenig Erträge ab, so dass für die meisten Versicherten ein Fondsauszahlplan mit regelmäßigen Entnahmen die beste Lösung ist. Die Entnahmen sollten jedoch unbedingt dynamisch ausgestaltet sein, d.h. sich an geänderte Umstände (Kapitalmarkt und Lebenserwartung) flexibel anpassen, um ein vorzeitiges Entleeren zu verhindern.
Schlussendlich kann man die genannten Möglichkeiten in unflexible Verrentungsmöglichkeiten (gesetzliche Rentenversicherung und private Rentenversicherung) und flexible Verrentungsmöglichkeiten (Bankauszahlplan, Fondsauszahlplan) gruppieren. Für die erste Gruppe spricht die Sicherheit, dass die Rente auf jeden Fall lebenslang in gleicher Höhe fließt. Die Kosten dafür sind kein Endkapital (d.h. keine Vererbungsmöglichkeit) und bei der privaten Rentenversicherung hohe Produktkosten.
Für die zweite Produktgruppe sprechen die hohe Flexibilität mit großer Vererbungswahrscheinlichkeit, wenn konservative Annahmen bzgl. Rendite und Laufzeit/Lebenserwartung getroffen werden, sowie die tiefe Kostenbelastung und die höheren Verrentungsfaktoren (im typischen Rentenalter ca. 4-6% p.a.). Diese Vorteile kommen mit einem Nachteil daher: Es besteht eine gewisse, wenn auch sehr kleine Wahrscheinlichkeit, dass bei sehr hohen erreichten Altern Ihre zukünftigen Auszahlungen sinken müssen, damit Ihr Kapital lebenslang reicht. Damit Ihre Entnahmestrategie optimal ausgestaltet ist, testen wir Ihre Persönliche Entnahmestrategie mittels Simulation und Backtesting.
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